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IMMUN-Interview
11 Fragen und Antworten
Wir sind IMMUN aus Zürich. MC`s Allain und Martini (Zeiter Brothers), verantwortlich für die Texte, Beats und alles Andere was noch anfällt rund um IMMUN. Live werden wir von DJ Schüpn oder N-Drew mit Kratzern unterstützt. IMMUN ist unser Baby, ein Teil unseres Lebens, für das wir leben, arbeiten und viel Zeit investieren. Es ist uns wichtig möglichst viel selber in die Hand zu nehmen. Es ist ein langer Weg den wir gewählt haben, den wir Schritt für Schritt gehen und dabei uns selber bleiben.
Als wir uns 1985 ein Breakdancetape kauften,
beeindruckte uns diese Art von Musik auf anhin. 1988 als Public
Enemy in Zürich rockten, konnten wir uns diesen Gig nicht
entgehen lassen. Public Enemy war damals für uns "number
one". Auch Konzerte wie Ice-T, Donald D, De la Soul, Gang-Star,
Hi-Jack (the terrorist group) mussten wir sehen. Wir waren damals
so ziemlich die einzigen in unserem Schulhaus, die sich für
Hip-Hop interressierten. Wenn du breite Hosen anhattest, wurdest
du schräg angeschaut. Wäre heute nicht mehr auszudenken.
Andere spielten Fussball, wir lebten HipHop (auch wir rannten).
Es waren wenige Leute, die eine kleine Untergrund-Szene bildeten.
Wenn man einen Gleichgesinnten kennenlernte, fühlte man
sich auch schneller verbündet (Peace Rembo & Schüpn).
Einige die sich heute selber MC oder Homey nennen, spotteten
damals über HipHoper.
1990 war die Zeit, als wir anfingen uns immer mehr aktiv am HipHop zu beteiligen. Zuvor hatten wir uns hauptsächlich mit dem konsumieren von HipHop-Sounds begnügt und Graffitti-Magazines durchgeblättert. Auf den Geschmack des Mundart-HipHops kamen wir ca. 1992. Wir können uns noch erinnern, dass damals eine Fresh Stuff CD im Umlauf war und 1993 Primitive Lyrics ihre Platte taufte. Das war wahrscheinlich das einzige was wir damals in Mundart gehört haben. Erinnern uns noch daran, wie wir mit Martene (Mc von Gleis2 damals Unterstift von Allain) unsere ersten Geh-Rap-Versuche mit Beatbox am See starteten. Zum Glück war es Abend und niemand konnte uns hören. Trafen uns zu dieser Zeit dann auch ab und zu bei ihnen im Uebungsraum um zu freestylen. Zu dieser Zeit fingen wir an Texte zu schreiben und haben bis heute nicht aufgehört damit.
Wir sind in Zürich geboren, aufgewachsen
und leben hier. Die Stadt hat uns geprägt, was sich auch
in unseren Texten wiederspiegelt. Die Stadt ist für uns
das Zentrum des Zürislangs. «Züri» hatte
im Bezug auf den Rap noch nie einen solch hohen Stellenwert wie
1999. Die aktive Platten-Produktionswelle (ca. 1 Scheibe pro
Monat), wovon ein Grossteil Züriorientiert war, setzte ihre
Zeichen. Es waren die vielen Funken die der Stadt 1999 tüchtig
Feuer unter dem Arsch machten.
Unsere erste Band hiess «Sproing!», die wir 1995 gründeten. Eine sechsköpfige Liveband in der wir rapten und mit der wir etliche Konzerte gaben. Als Reini unser Schlagzeuger für längere Zeit in die Staaten flog (der Sack ist jetzt ein halbes Jahr auf den Seychellen) lösten wir uns auf. 1997 gründeten wir zusammen mit unserem ASR-10 und zwei SM-58 IMMUN.
Es ist für uns wichtig, dass unsere
Texte unserer Sprache entsprechen. Wir benutzen bewusst unsere
Muttersprache, da wir uns so am klarsten und ehrlichsten ausdrücken
können. Unser Rap soll etwas rüberbringen, was wir
mit einer Fremdsprache nicht vermitteln könnten. Es ist
persönlicher wenn du so rapst, wie du schon dein ganzes
leben gesprochen hast. Wir sehen keinen Grund, eine andere Sprache
zu benutzen, da wir zu wenig Bezug dazu haben. Wiso sollten wir
z.B. über unsere Erlebnisse und unsere Stadt auf englisch
oder französisch rappen, wenn wir den ganzen Tag über
«Züritütsch» sprechen. Wir bringen es rüber
«wie eus dSchnurrä gwachsä isch», und das
ist bei uns halt der «Züri-Slang».
Wir hatten schon lange die Idee einige unserer Tracks auf einem Tonträger aufzunehmen, aber dass schlussendlich Vinyl daraus wurde war nicht zu Beginn geplant. Da wir noch ein günstges Angebot für einen Studiobesuch offen hatten, war es ein idealer Zeitpunkt um die 4 Tracks aufzunehmen. Zuerst wollten wir die Aufnahmen für ein Promotape verwenden. Nach diversen positiven Reaktionen und motivierenden Gesprächen entschlossen wir uns schliesslich eine Scheibe zu pressen. Nach drei Tagen aufnehmen und abmischen in Züri und Biel, hatten wir die Tracks auf Band. Die Platte kam mit dem Osterhasen `99. Den Vertrieb übernahmen wir selber, indem wir bei einigen Plattenläden (hauptsächlich in Zürich) vorbeigingen. Unter www.immun.ch könnt ihr unsere «Züri brännt»-EP bestellen.
Im Moment werden sicher noch mehr ausländische
Platten verkauft als einheimische Produktionen, aber die Släng-Freak-Szene
ist am wachsen. Unterstützt CH-HipHop und kauft euch die
Scheiben!!!
Wir denken das braucht noch etwas Zeit, bis grössere Plattenfirmen auf den Zürislang abfahren. Aus diesem Grund ist es aber sicher positiv wenn viel produziert wird, damit jedem hier klar wird, dass einiges abgeht. Wenn irgend wann einmal viel verkauft werden sollte, dann wahrscheinlich in helvetischem Rahmen. Unserer Meinung nach braucht es nicht zwingend ausländische Features. Der Släng ist selbständig genug um seinen eigenen Weg zu gehen. Wir können uns auch nicht vorstellen, dass irgend ein Ami mit einem Zürislanger ernsthaft etwas produzieren möchte. Die verstehen unsere komische Sprache sowiso nicht und da sie auch nicht auf uns angewiesen sind, würde denen der Släng wahrscheinlich am Arsch vorbei gehen.
Die Leute die jetzt den Släng leben
bewegen sich hauptsächlich im Untergrund. Ich hatte da so
einen bösen Traum... «Wahrscheinlich würden dann
irgend welche Produzenten, irgend welche billigen Radioversionen
basteln, über die irgend welche Toys rappen, die sich verkaufen
und die breite Masse würde dann zu wissen glauben, was Zürislang
wirklich ist». Zum Glück bin ich rechtzeitig aufgewacht,
bevor mir das grosse K....... kam. Tya, es war ja nur ein böses
Träumerl.
So wie bisher auch. Wir werden weiterhin
zusammenhalten und unser Ding machen, so lange wir es für
richtig halten. Wir werden unseren Weg gehen und vielleicht wird
sich auch einmal ein Plattendeal ergeben. Auf jedenfall wollen
wir so bleiben wie wir sind und unseren Shit produzieren. peace an all wo eus känned wo zu eus
stönd, für all wo chömed und wieder gönd
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